Beginnen möchte ich mit der letzten Klausur Ende Juni. Ein letzter Kraftakt, den wir alle stemmen mussten. Schön war das wirklich nicht und nach der Klausur fühlte ich mich nicht wirklich besser. Kopf noch weiterhin ziemlich voll und ein gutes Gefühl wollte sich bei mir zunächst auch nicht einstellen. Nun gut, in diesem Fall gibt es nur eine Alternative: GO CRAZY, BABY! Dementsprechend haben wir es uns auch gut gehen lassen an jenem Dienstag im Juni. Zunächst haben wir unsere Damen verabschieded, die als allerersten aus meinem IBA Jahr in Richtung Austausch nach Sydney aufbrechen sollten; danach noch kurzfristiger Abschuss mit wunderschönen Erinnerungen im RIVA.
Problem war nur: Der Zimmermann musste am nächsten Morgen um halb 11 in Amsterdam zum Coaching sitzen. Naja, war jetzt nicht der wachste Morgen und ich weiß auchnicht wirklich, was ich so alles von mir gegeben habe, aber Doris ist da zum Glück immer sehr mitfühlend und hat da gar nichts drum gegeben. Donnerstags noch ein Treffen mit Doris und Tobias, um ein bisschen das Mentor Programm zu schedulen, bevor es für uns alle mehr oder weniger in Sommerpause geht. Freitags noch kurz das Französisch Examen durchgezoppt und dann ab nach Hause. Samstags mit den altbekannten Bekloppten nach Oberhausen zu Ruhr in Love und versucht, ein wenig abzuzappeln nach dem ganzen Chaos. Das einzige, das aber wirklich zappelte war mein Schädel, der einfach die Eindrücke, Erkenntnisse, Sorgen und Gedanken der letzten Wochen nicht auf Seite schieben konnte. Abends noch kurz in Hönningen gewesen, sonntags dann das klärende Gespräch. Wirklich nicht leicht, aber es ist alles besser so - und dabei will ich's hier auch belassen.
Spürt: Mein Latein ist kurz vor dem Schluß,
weiß kaum noch weiter, doch ich muß,
mich, der Kassandrarufe so gerne überhört,
sich mit gottweißwas arrangiert,
öffentlich Eins-A funktioniert.
Mich macht etwas,
was ich nicht erklären kann, "bestuß"(verrückt).
Egal, ob Rotterdam, ob Wien,
bloß Bühnen kriegst du noch zu sehen.
Es kommt vor, daß du darauf im Ritual verflachst.
weiß kaum noch weiter, doch ich muß,
mich, der Kassandrarufe so gerne überhört,
sich mit gottweißwas arrangiert,
öffentlich Eins-A funktioniert.
Mich macht etwas,
was ich nicht erklären kann, "bestuß"(verrückt).
Egal, ob Rotterdam, ob Wien,
bloß Bühnen kriegst du noch zu sehen.
Es kommt vor, daß du darauf im Ritual verflachst.
Der Urlaub war hervorragend und einfach einmal dafür gut, über andere Dinge nachzudenken, als über all das, was dich wochenlang schon beschäftigt hat. Wir kommen am Freitag wieder in Koblenz bzw. Linz an, wo mich die Hitze vollkommen überfällt. Schaue noch schnell das Spiel der Niederlande und dann ab ins Auto und wieder nach Holland. Ich hab's zur Zeit nicht so mit der Heimat, nicht nur Linz, sondern Deutschland ganz generell.
Zurück in Rotterdam beginne ich meine Bude zu ordnen, ich bereite das Praktikum vor, treffe mich mit vielen Freunden auf Kaffees und Abendessen und lebe einfach einmal eine Woche in den neuen Tag hinein ohne was zu planen. Gute Gespräche mit Menschen, von denen ich, wenn man mir das vor genau einem Jahr erzählt hätte, niemals geglaubt hätte, dass wir uns mal so nah stehen würden. Mein alter Herr hat mal wieder Recht gehabt: "Junge, du hast dir einen neuen Lebensmittelpunkt ausgesucht - und irgendwann ist das nicht nur zum Studium so, sondern auch dein ganzes Leben wird sich neu orientieren" Tja, Papa, mal wieder. Danke!
In den folgenden Tage tingel ich weiter durch die Gegend, helfe vielen Freunden beim Resit-Lernen und genieße mein Leben. Dementsprechend spontan der Hitze aus Rotterdam gewichen und mit Chris an den Strand geheizt. Erste Überlegung war ja, dass es sicherlich nicht so anbieten würde, das WM Finale, sollte es denn NL-GER geben, in Rotterdam zu gucken. Also, grob geplant, wobei sich unsere Mannschaft dann leider doch nicht qualifizierte und mir so manche Gewissenskonflikte ersparte - erstaunlicher weise standen meine Sympathienmittlerweile zur Hälfte bei Oranje und zur anderen bei Deutschland. In Zeeland das Spiel um Platz drei gesehen, ein Fläschlei
Ich war Freitags noch extra orange T-Shirts und Schuhe kaufen. Zuunserem großen Glück erwischen wir Tim Ramsche, als wir versuchen, noch auf den großen Public Viewing Platz am Blaak zu kommen, der uns sagt, dass man diesen nun schließe, da alles voll sei und sie daher zum alten Hafen gingen. Wir also Tim, Lynette, und Co. hinterher. Treffen dort noch Redmar, einen meiner Mentees, und Jorinde mit ihrem Bruder. Naja, was soll ich sagen - wenn man die Niederländer so feiern sieht, bekommt man schon Minderwertigkeitskomplexe. Hat man doch zum Sommermärchen in 2006 die Fähnchen am Auto und den neuen Nationalstolz entdeckt, ist Holland schon so lange ich mich erinnern kann kollektiv bekloppt, sobald es um WM oder EM geht. Vor allem können sie sich auch feiern, wenn's auch mal daneben geht.
Da es leider am Sonntag abend dannnichts mit dem orangenen Traum gab, stand die Option, am Dienstag nach Amsterdam zur "Huldigung", also dem Empfang der Nationalelf, zu fahren noch ein wenig aus. Aber, das muss man einmal in seinem Leben mitgemacht haben. Also, mit Tim und Claudia in Amsterdam getroffen und uns unter die Oranjefans getaucht. Fantastisch. Dass mir nicht buchstäblich die Tränen runtergelaufen sind war alles - Gänsehaut. Zunächst haben wir uns die Grachtentour angesehen und haben es im Endeffekt doch noch auf den Museumsplein geschafft. So etwas habe ich wirklich noch nie gesehen. Ein Meer aus Orange und Party ohne Ende. Auf dem Heimweg nochunglaublich nett mit Claudia geplaudert und über Gott und die Welt philosophiert.
Mittwoch/Donnerstag in Düren und Umgebung für die Firma unterwegs, Freitag Vapiano Test mit Chris. Am Wochenende so langsam alles mal ein wenig aufgearbeitet, und vor allem Vorbereitungen für die Software-Ausrollung in Belgien getroffen. Unsere Australier haben inzwischen ihre Bleibe bezogen und dementsprechen auch wieder 24/7 Internet, was die Kommunikation trotz achtstündigem Time Shift nach vorne doch relativ einfach macht. Seit einigen Tagen haben sich Emails als Morning News eingependelt, die sowohl hier, als auch am anderen Ende der Welt für Schmunzeleien zum Frühstück sorgen.

Am Montag kam Ben für ein paar Tage hier an, der eine Klausur nachschreiben wollte. Wir haben unglaublich klasse Tage hier verbracht und jeden Tag bis spät in die Nacht geplaudert. Unglaublich, wie viel wir eigentlich gemeinsam haben, wie unterschiedlich und doch wieder ähnlich unsere Leben bisher verlaufen sind. Dementsprechend steht bald ein Gegenbesuch in Braunschweig an!
Jetzt versuche ich mir noch irgendwie den Kram für die letzte Klausur am Freitag reinzuballern, obwohl ich nicht wirklich viel Motivation verspüre. Das ist wohl immer das Schlimme, wenn man etwas freiwillig macht und eigentlich nicht muss. Wär aber schon eine klasse Erleichterung, wenn dieser Kracher nächstes Jahr weg wäre - es wird ja alles nicht weniger.
Nächste Woche geht es nach Belgien. Wird sicher sehr schön, aber auch anstrengend. Ich freue mich. Ansonsten muss das SR Magazin feritg werden, das ich layoute und dann steht ganz bald nur noch Strand und Bücher an.
Ich wünsch euch was, bess dehmnähx!
...,en kijk, Lies - een nieuwe post zit er in ;)
Euer
Björn
1 Kommentar:
Ich bin stolz auf dich... mooi verhaaltje, maar t kost me toch wel beetje moeite Duits te lezen hoor. De rode lijn heb ik wel gewoon begrepen ;) Xx
Kommentar veröffentlichen