Montag, 27. Juli 2009

Etappe 4: Kreuzlingen - Zugspitze

Jetzt liegt das Ende meiner Tour doch schon ein wenig zurück. Allerdings sind die Impressionen noch genau so präsent, wie kurz nachdem ich mich jeden Abend auf ein neues von meinem Motorrad runterschwang.
Donnerstag Vormittag noch einmal mit Amelie getroffen und eine ganze Weile am See gesessen. Wirklich schön, vor allem ist das Wetter vollkommen traumhaft. Umso besser für meine bevorstehende Alpen-Durchquerung. Sogar so schön, dass wir uns beide so was von das Fell weiter verbrennen. Wird wenigstens nicht kalt auf der Kiste.
Dann heißt es erst einmal Abschied nehmen,... Aber ja bekannter Maßen nicht lange...
Los geht es in Richtung St. Gallen, grobe Richtung Österreich. Traumhaft an der Schweiz ist ja wirklich die Tatsache, dass die vielen, zum Teil auch sehr mediterran geprägten, alten Gebäude den zweiten Weltkrieg auf Grund der schweizer Neutralität vollkommen überlebt haben. St. Gallen ist Zürich vom Wesen her sehr ähnlich. Schade, dass es wirklich zeitlich nur zum Durchfahren reicht. Gerne hätte ich mir die Stadt näher angeguckt.
Von da aus immer näher in Richtung Arlbergpass, durch das Appenzeller Tal. Erste richtige Bergkollision. Mache vor der österreichischen Grenze noch eine kurze Rast, um die letzten Franken zu verballern und dann nichts wie ab auf die Transitstrecke. So langsam wird mir bewusst, was mir bevorsteht. Zuvor war ich noch nie in den Alpen; bin nur einmal auf dem Weg nach Rom über die Berge geflogen. Die Dimensionen werden einem jedoch erst dann bewusst, wenn man wirklich davorsteht. Wahnsinn. Das besondere an den unzähligen Passstraßen sind allerdings auch nicht nur die Höhenmeter, die man nach oben und wieder nach unten und retour zurücklegt, sondern auch die Kurvengestaltung, die es für jeden Motorradfahrer einfach nur traumhaft erscheinen lässt.
So heize ich Kilometer um Kilometer der Zugspitze entgegen, Pass um Pass, Staunen um Staunen. Wirklich einzigartig. Ich bin vollkommen fasziniert. Die Eindrücke kann man kaum beschreiben, noch in Bildern festhalten. Zu gern hätte ich mitten auf der Passstraße angehalten um ein Bildchen zu schießen. Aber die bleiben bloß meiner Erinnerung erhalten - da sind sie auch am Besten aufgehoben. Die restlichen Bilder gibt es am Wochenende in meinem Picasa Album- das ist mir bis jetzt auch noch durchgegangen.
Dann gings über den Fernpass nach Hammersbach. Kurz vor der Grenze türmte sich dann doch ein etwas größerer Koloss auf - die Zugspitze. Wow. Kannte ich sie doch bereits aus Bildern oder Magazingen oder den Erzählungen meines alten Herren, so war sie doch noch unglaublich beeindruckender in reality.
Checke im Hotel ein, dann ab nach Grainau, um ein wenig zu speisen. Um mich ein wenig für die Heimtour zu erholen, schwimme ich noch ein paar Bahnen im Pool mit Blick auf die Waxensteine und falle danach fast ins Koma. Beschließe aber vorher noch, ein Stündchen früher loszufahren und noch eine Stipvisite am Schloss Neuschwanstein einzulegen. Ludwig muss man doch mal gesehen haben.

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