Da ist sie also endlich: Die langersehnte Motorradtour in den Süden. Zunächst angepeilt als ein Trip an die französichsche Atlantikküste mit Baguette und Wein, wurde sie durch einige Zufälle doch leicht anders gestaltet. Vor allem kam mir die Idee, in den Süden zu fahren, da Amelie im Sommer irgendwo in Süddeutschland ist und wir uns vorgenommen hatten, uns zu treffen. Also, schnell eine grobe Route entworfen, die das Zimmermann'sche Familienoberhaupt mit noch einigen Ideen ergänzte und ab auf den Bock.Heute Morgen Start in Linz um ca. 10 Uhr. Mit meiner holländischen Renn-Frau-Antje auf der B42 in Richtung Koblenz. Schön am Rhein entlang, das deutsche Eck passiert und dann das Moseltal hinunter. Erster Zwischenstopp in Cochem. Kleiner Imbiss und ein nettes Moutain Dew und dann die Kurven und Schleusen in Richtung Saarbrücken erkunden.

Ich war mal wieder vollkommen hin und weg, welch schöne Fleckchen wir doch in unserer näheren Umgebung haben. War ich doch schon bei meinen Westerwald- oder Eifel-Ausflügen im Auto oft sehr begeistert, ist dieses Motorrad-Gefühl doch noch etwas ganz anderes. Das sind die Ferien, nach denen ich mich lang gesehnt habe. Freiheit, Lebensfreude und einfach nur die weite Ferne des Landes erkunden. Jedesmal fasziniert mich das Gefühl, diese Stille, nur meine Maschine, die Natur und mich. Wow. Da braucht man noch nicht mal im Mittleren Westen der USA zu sein. Das Moseltal reicht mir da definitiv zwischendurch. Das eine schließt das andere ja nicht aus.
Die Fahrt geht gut. Gottseidank spielt das Wetter einigemaßen mit. Könnte ein bisschen sonniger sein, aber ich bin im Endeffekt viel zu froh, dass es nicht regnet. So trudel ich gegen 15 Uhr glücklich und zufrieden in Saarbrücken ein. Die Jugendherberge ist mir von meinen Ziviseminaren vor knapp zwei Jahren noch gut in Erinnerung, hier hat sich nicht viel verändert. Einchecken, Bett beziehen und ab in die City. Shoppe ein bisschen vor mich hin und ergattere eine James Dean Biographie, nachdem ich mal wieder verpennt habe, ein Buch einzupacken. Zum Abendessen gönne ich mir ein Dinner bei Vapiano auf der Terasse. Natürlich fängt es an zu Siffen wie aus Eimer. Ich genieße aber doch das Essen unterm Regenschirm und lese dank des McDonalds nebenan die Online-Nachrichten. Jetzt ist also Steinbrück dran. Mit der Gradlinigkeit dieser Politiker kann einfach niemand mehr umgehen. Da hat jemand Passion und Ehrgeiz und vor allem politische Größe und steckt doch nur ein. Helmut Schmidt erging es 1982 nicht anders, als er durch das konstruktive Mistrauensvotum hinweggefegt wurde. Kein Bisschen später lobte aber jeder seine Verdienste für den nachhaltigen Frieden. Diese Parallele liegt wohl in der gemeinsamen hanseatischen Mentalität der gelegentlichen Schachpartner. Sollen wir das jetzt wieder mit James Dean halten? Nun werde ich mich ins Bettchen machen. Die Mädels von der Ferienfreizeit spielen hier fleißig Gitarre und Singen und erinnern mich an die Zeit, als ich in dem Alter war. Nur, dass sie wesentlich besser singen, als ich jemals werde.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen