Es ist wirklich sehr erstaunlich, wie schnell die Zeit, oder sagen wir besser, wie viel schneller die Zeit noch vergehen kann, wenn es eine schöne Zeit ist. Ich habe im stinknormalen Unialltag schon ohnehin das fürchterliche Gefühl, dass mir mein Leben und jeder Tag aufs neue wegläuft (und ich bin schon durchschnittlich um die 18 Stunden auf den Beinen jeden Tag), so ist es doch in den Ferien noch extremer. Es mag aber - diese Theorie stelle ich jetzt einfach mal in den Raum- auch daran liegen, dass ich wohl in meinem ganzen Leben noch nie so geile Ferien erlebt habe. Obwohl ich wirklich in der Welt herumfahre und sehr viel unterwegs bin, erfreut mich die Zeit zu Hause in meiner rheinischen Heimat mindestens genau so sehr.
So war ich also gut aus den Alpen heimgekehrt, ging es Samstags erst einmal im strömenden Regen gen Eifel, zum Nürburgring. Wir wären ja keine Linzer Strünzer, wenn wir nicht prophylaktisch alles vorbereitet hätten. Zeltplane gespannt, die Rheumadecke ausgepackt und den Grill angeschmissen. Gut, den Damen wurde es dann irgendwann leicht frisch. Also, alles eingepackt und gut gesättigt und leicht angesäuselt nach Hause. Schnell ein Ründchen aus Ohr gehaun, dann zu Bernhard Geyer auf den 50igsten nach Kalenborn.
Mit den Jungs hatte ich ausgemacht, später auch noch in Kathringe einzulaufen, da war Summernightparty. Ohje,...einige Flaschen Sekt später und mächtig Bier im Bauch ging es dann mit irgendeinem Höhentaxi (die Nummer vom Alinka hatte natürlich wieder keiner,...), das Dachdecker aufm Auto stehen hatte gen Heimat. Eintreffen im Bett ca. 5 Uhr. Erfolgreich, Bravo.
Sonntag dann eher gemütlich und ruhig, Mäcces Versprechen eingehalten und dann für ca. 11 Stunden ins Bett. Am nächsten Morgen sollte mich schließlich der tarantelähnliche Hausmeister mit seinem unbändigen Elan erwarten, um die Verschönerung, Erneuerung oder manchmal auch eher des Abriss ähnelder Veränderung unseres Kindergartens voran zu treiben.
So wars auch. Herrliche Woche und nur am Schaffen. Michael und Schorsch und de Ex-Zivi. Haben wirlich gut etwas geschafft, obwohl der Spaß bei allem natürlich auch nicht zu kurz kam.
Mittwoch dann relativ spontan eine Überraschungsparty für unseren Don aus der Taufe gehoben. Ich glaube, damit hatte er so nicht unbedingt gerechnet. Kam aber sehr gut. In altbekannter Mittwochs-Abends-Tradition ein bisschen Bier, ein bisschen Schäääbes und was zum Grillen und viel gute Laune. Schöne Aktion. Video bald online :)
Für Donnerstag stand dann schon wieder eine feucht fröhliche Veranstaltung an. Hatte mich beim Schorsch schon mit den Worten angekündigt: "He, morje fröh ben ich zom Fröhstück bei dir!" - "Watt - ja jood, 6 Uhr?" Gesagt getan. Haken an der Sache war nur, dass ich erst gegen Morgen wirklich zum Schlafen kam, viel zu viel Alkohol im Blut hatte und es mir schon vor dem Abkleben der Fußleisten in gebückter Haltung graute. So hatten wir uns doch mit ein paar Leubsdorfer Musikanten (Patrick, Vanessa and me) und ein paar noch-MGLern (Caro, Mariiiiiissaaaaaa) fürchterlich mit allem auffindbaren und alkoholhaltigen Getränken bematscht, die man sich so vorstellen kann. Ich wiederhole: Erfolgreich, Bravo.
Dementsprechend war der Freitag eher überschaubar, wenn auch der lustigste Arbeitstag meines Lebens.
Samstag und Sonntag dann Probewochenende. Samstags Abends stand ein Abstecher in die Rheinaue an. Bierbörse. Ich war vollkommen überrascht, als die Allerwertesten dort spielten. Ich kannte sie vom Namen, hatte auch schon die ein oder andere Demo gehört, war aber dennoch vollkommen hin und her gerissen, welch gute Musik die Damen und Herren produzierten. Danach noch leicht zum Mäcces und auch eher wieder früh als spät im Betttchen.
Sonntag nach der Probe eine kleine Runde Motorrad gedreht und dann zum Bubenkaffee zum Don. Heim, Bett, noch ein bisschen Arbeiten am Montag und dann ab auf die Maschine und eine Woche Holland mit Denise.
Donnerstag, 30. Juli 2009
Montag, 27. Juli 2009
Etappe 5: Zugspitze - Linz
Gesagt getan. Ab in Richtung Füssen nach einem ausgedehnten Frühstück am Fuße der Zugspitze. Ehrlich muss ich gestehen: Ich hatte mir mehr versprochen. Neuschwanstein ist nett, muss man auch mal gesehen haben,.. joar, aber dann kann man auch wieder fahren.
Man ist leider durch die wunderschönen Fotografien, die es von diesem Bauwerk gibt (Nebel, andere Seite des Schlosses, als die man von der Straße sieht, Alpen,...) vollkommen voreingenommen und konsequenter Weise irgendwie enttäuscht. Aber, ich bin froh, doch einmal dort gewesen zu sein.
Dann gings an die Gewalttour. 700km bis in die Heimat - kein Problem,..meine Suzi zog mich wieder heil bis ins Rheinland.
Leider erwischte mich zweimal der Regen, einmal zwischen Ulm und Stuttgart ziemlich heftig und dann noch einmal bei Limburg, sodass es auch leicht fies noch dazu wurde,.. Aber die Erinnerungen einer wunderschönen Woche, einem Gefühl der Freiheit und die Vorfreude auf die Heimat tragen dich immer nach Hause.
Endlich wieder in Linz - nach 1707 Kilometern. Schön, wieder zu Hause zu sein - aber ich hätte auch direkt wieder auf die Piste gehen können. Einmal Biker, immer Biker.
Man ist leider durch die wunderschönen Fotografien, die es von diesem Bauwerk gibt (Nebel, andere Seite des Schlosses, als die man von der Straße sieht, Alpen,...) vollkommen voreingenommen und konsequenter Weise irgendwie enttäuscht. Aber, ich bin froh, doch einmal dort gewesen zu sein.
Dann gings an die Gewalttour. 700km bis in die Heimat - kein Problem,..meine Suzi zog mich wieder heil bis ins Rheinland.
Leider erwischte mich zweimal der Regen, einmal zwischen Ulm und Stuttgart ziemlich heftig und dann noch einmal bei Limburg, sodass es auch leicht fies noch dazu wurde,.. Aber die Erinnerungen einer wunderschönen Woche, einem Gefühl der Freiheit und die Vorfreude auf die Heimat tragen dich immer nach Hause.
Endlich wieder in Linz - nach 1707 Kilometern. Schön, wieder zu Hause zu sein - aber ich hätte auch direkt wieder auf die Piste gehen können. Einmal Biker, immer Biker.
Etappe 4: Kreuzlingen - Zugspitze
Jetzt liegt das Ende meiner Tour doch schon ein wenig zurück. Allerdings sind die Impressionen noch genau so präsent, wie kurz nachdem ich mich jeden Abend auf ein neues von meinem Motorrad runterschwang.
Donnerstag Vormittag noch einmal mit Amelie getroffen und eine ganze Weile am See gesessen. Wirklich schön, vor allem ist das Wetter vollkommen traumhaft. Umso besser für meine bevorstehende Alpen-Durchquerung. Sogar so schön, dass wir uns beide so was von das Fell weiter verbrennen. Wird wenigstens nicht kalt auf der Kiste.
Dann heißt es erst einmal Abschied nehmen,... Aber ja bekannter Maßen nicht lange...
Los geht es in Richtung St. Gallen, grobe Richtung Österreich. Traumhaft an der Schweiz ist ja wirklich die Tatsache, dass die vielen, zum Teil auch sehr mediterran geprägten, alten Gebäude den zweiten Weltkrieg auf Grund der schweizer Neutralität vollkommen überlebt haben. St. Gallen ist Zürich vom Wesen her sehr ähnlich. Schade, dass es wirklich zeitlich nur zum Durchfahren reicht. Gerne hätte ich mir die Stadt näher angeguckt.
Von da aus immer näher in Richtung Arlbergpass, durch das Appenzeller Tal. Erste richtige Bergkollision. Mache vor der österreichischen Grenze noch eine kurze Rast, um die letzten Franken zu verballern und dann nichts wie ab auf die Transitstrecke. So langsam wird mir bewusst, was mir bevorsteht. Zuvor war ich noch nie in den Alpen; bin nur einmal auf dem Weg nach Rom über die Berge geflogen. Die Dimensionen werden einem jedoch erst dann bewusst, wenn man wirklich davorsteht. Wahnsinn. Das besondere an den unzähligen Passstraßen sind allerdings auch nicht nur die Höhenmeter, die man nach oben und wieder nach unten und retour zurücklegt, sondern auch die Kurvengestaltung, die es für jeden Motorradfahrer einfach nur traumhaft erscheinen lässt.
So heize ich Kilometer um Kilometer der Zugspitze entgegen, Pass um Pass, Staunen um Staunen. Wirklich einzigartig. Ich bin vollkommen fasziniert. Die Eindrücke kann man kaum beschreiben, noch in Bildern festhalten. Zu gern hätte ich mitten auf der Passstraße angehalten um ein Bildchen zu schießen. Aber die bleiben bloß meiner Erinnerung erhalten - da sind sie auch am Besten aufgehoben. Die restlichen Bilder gibt es am Wochenende in meinem Picasa Album- das ist mir bis jetzt auch noch durchgegangen.
Dann gings über den Fernpass nach Hammersbach. Kurz vor der Grenze türmte sich dann doch ein etwas größerer Koloss auf - die Zugspitze. Wow. Kannte ich sie doch bereits aus Bildern oder Magazingen oder den Erzählungen meines alten Herren, so war sie doch noch unglaublich beeindruckender in reality.
Checke im Hotel ein, dann ab nach Grainau, um ein wenig zu speisen. Um mich ein wenig für die Heimtour zu erholen, schwimme ich noch ein paar Bahnen im Pool mit Blick auf die Waxensteine und falle danach fast ins Koma. Beschließe aber vorher noch, ein Stündchen früher loszufahren und noch eine Stipvisite am Schloss Neuschwanstein einzulegen. Ludwig muss man doch mal gesehen haben.
Donnerstag Vormittag noch einmal mit Amelie getroffen und eine ganze Weile am See gesessen. Wirklich schön, vor allem ist das Wetter vollkommen traumhaft. Umso besser für meine bevorstehende Alpen-Durchquerung. Sogar so schön, dass wir uns beide so was von das Fell weiter verbrennen. Wird wenigstens nicht kalt auf der Kiste.
Dann heißt es erst einmal Abschied nehmen,... Aber ja bekannter Maßen nicht lange...
Los geht es in Richtung St. Gallen, grobe Richtung Österreich. Traumhaft an der Schweiz ist ja wirklich die Tatsache, dass die vielen, zum Teil auch sehr mediterran geprägten, alten Gebäude den zweiten Weltkrieg auf Grund der schweizer Neutralität vollkommen überlebt haben. St. Gallen ist Zürich vom Wesen her sehr ähnlich. Schade, dass es wirklich zeitlich nur zum Durchfahren reicht. Gerne hätte ich mir die Stadt näher angeguckt.
Von da aus immer näher in Richtung Arlbergpass, durch das Appenzeller Tal. Erste richtige Bergkollision. Mache vor der österreichischen Grenze noch eine kurze Rast, um die letzten Franken zu verballern und dann nichts wie ab auf die Transitstrecke. So langsam wird mir bewusst, was mir bevorsteht. Zuvor war ich noch nie in den Alpen; bin nur einmal auf dem Weg nach Rom über die Berge geflogen. Die Dimensionen werden einem jedoch erst dann bewusst, wenn man wirklich davorsteht. Wahnsinn. Das besondere an den unzähligen Passstraßen sind allerdings auch nicht nur die Höhenmeter, die man nach oben und wieder nach unten und retour zurücklegt, sondern auch die Kurvengestaltung, die es für jeden Motorradfahrer einfach nur traumhaft erscheinen lässt.
So heize ich Kilometer um Kilometer der Zugspitze entgegen, Pass um Pass, Staunen um Staunen. Wirklich einzigartig. Ich bin vollkommen fasziniert. Die Eindrücke kann man kaum beschreiben, noch in Bildern festhalten. Zu gern hätte ich mitten auf der Passstraße angehalten um ein Bildchen zu schießen. Aber die bleiben bloß meiner Erinnerung erhalten - da sind sie auch am Besten aufgehoben. Die restlichen Bilder gibt es am Wochenende in meinem Picasa Album- das ist mir bis jetzt auch noch durchgegangen.
Dann gings über den Fernpass nach Hammersbach. Kurz vor der Grenze türmte sich dann doch ein etwas größerer Koloss auf - die Zugspitze. Wow. Kannte ich sie doch bereits aus Bildern oder Magazingen oder den Erzählungen meines alten Herren, so war sie doch noch unglaublich beeindruckender in reality.
Checke im Hotel ein, dann ab nach Grainau, um ein wenig zu speisen. Um mich ein wenig für die Heimtour zu erholen, schwimme ich noch ein paar Bahnen im Pool mit Blick auf die Waxensteine und falle danach fast ins Koma. Beschließe aber vorher noch, ein Stündchen früher loszufahren und noch eine Stipvisite am Schloss Neuschwanstein einzulegen. Ludwig muss man doch mal gesehen haben.
Mittwoch, 15. Juli 2009
Etappe 3: Zürich - Kreuzlingen
Heute stand eine nicht unbedingt sehr lange Tour auf dem Programm. Ab und an muss man ja auch die ganze Sache etwas ruhiger angehen lassen. So waren es auf dem Moped heute gerade einmal gut 75km.
Dafür hatte es das Ziel in mehrfacher Hinsicht in sich. Der Bodensee. Ich hatte mir über das Internet eine Pension in Kreuzlingen gebucht, nachdem Amelie mich informiert hatte, dass sie in Lengwil in Urlaub ist. Aus diesem Spontanbesuch war ja im Endeffekt meine ganze Tour erst entstanden.
Frau Duve, die Dame, der die Pension gehört, ist eine gebürtige Saarländerin. Eine sehr nette Frau und eine wunderbare Pension. Schönes Zimmer, ganz modern und für den Preis wirklich perfekt. Komme gegen 12.30 Uhr in Kreuzlingen an und fahre schon um 13.15 Uhr weiter nach Lengwil, um mich mit Amelie zu treffen. Quatschen zunächst ein bisschen mit der Family und fahren dann rüber auf deutsches Staatsgebiet nach Konstanz. Schlendern am Bodenseeufer entlang und bleiben viele Stunden auf einer Bank am See sitzen und quatschen über Gott und die Welt.
Es ist echt super lustig, jetzt mit ihr auf einmal auf Deutsch zu sprechen. Hatte ich sie doch im Dezember im Deutschunterricht an der MHS kennengelernt, so haben wir über Facebook die ganze Zeit immer mal wieder geschrieben. Aber halt auf Englisch. Haben aber auch intern die Abmachung für die Zukunft getroffen: Hier Deutsch; wenn ich drüben bin Englisch. Ist wirklich bekloppt, dass ich mit einer Deutsch-Native die ganze Zeit auf Englisch geschrieben und telefoniert habe. Wir beide beobachten aber die gleichen Phänomene. Wir schmeissen beide die Sprachen durcheinander. Da bin ich ja beruhigt, dass ich nicht der einzige bin.
Gehen noch schön Essen und lachen herrlich zusammen. Echt ein schöner Tag. Die Sonne schien und der Zimmermann hat sich mal wieder die Arme versengt. Naja, besser als schon wieder klitsche nass.
Dann heim in die Pension. Jetzt werde ich mich noch eine Runde in die Badewanne legen und dann nix wie ab ins Bettchen. Und diesmal ganz allein im Zimmer und auf einem komfortablen Doppel(!!!)bett.
Dafür hatte es das Ziel in mehrfacher Hinsicht in sich. Der Bodensee. Ich hatte mir über das Internet eine Pension in Kreuzlingen gebucht, nachdem Amelie mich informiert hatte, dass sie in Lengwil in Urlaub ist. Aus diesem Spontanbesuch war ja im Endeffekt meine ganze Tour erst entstanden.
Frau Duve, die Dame, der die Pension gehört, ist eine gebürtige Saarländerin. Eine sehr nette Frau und eine wunderbare Pension. Schönes Zimmer, ganz modern und für den Preis wirklich perfekt. Komme gegen 12.30 Uhr in Kreuzlingen an und fahre schon um 13.15 Uhr weiter nach Lengwil, um mich mit Amelie zu treffen. Quatschen zunächst ein bisschen mit der Family und fahren dann rüber auf deutsches Staatsgebiet nach Konstanz. Schlendern am Bodenseeufer entlang und bleiben viele Stunden auf einer Bank am See sitzen und quatschen über Gott und die Welt.
Es ist echt super lustig, jetzt mit ihr auf einmal auf Deutsch zu sprechen. Hatte ich sie doch im Dezember im Deutschunterricht an der MHS kennengelernt, so haben wir über Facebook die ganze Zeit immer mal wieder geschrieben. Aber halt auf Englisch. Haben aber auch intern die Abmachung für die Zukunft getroffen: Hier Deutsch; wenn ich drüben bin Englisch. Ist wirklich bekloppt, dass ich mit einer Deutsch-Native die ganze Zeit auf Englisch geschrieben und telefoniert habe. Wir beide beobachten aber die gleichen Phänomene. Wir schmeissen beide die Sprachen durcheinander. Da bin ich ja beruhigt, dass ich nicht der einzige bin.
Gehen noch schön Essen und lachen herrlich zusammen. Echt ein schöner Tag. Die Sonne schien und der Zimmermann hat sich mal wieder die Arme versengt. Naja, besser als schon wieder klitsche nass.
Dann heim in die Pension. Jetzt werde ich mich noch eine Runde in die Badewanne legen und dann nix wie ab ins Bettchen. Und diesmal ganz allein im Zimmer und auf einem komfortablen Doppel(!!!)bett.
Etappe 2: Saarbrücken - Straßburg - Zürich
Gegen acht Uhr mache ich mich schon nach einer erholsamen Nacht und einem guten Frühstück auf den Weg. Zum Glück hat es sich in Saarbrücken über Nacht ausgeregnet und so bleibt der erste Teil der Fahrt ziemlich trocken. Die Straßen sind zwar nass; finde ich aber im Endeffekt ganz gut, denn das bremst. Man hat schon das Gefühl, die Maschine mittlerweile besser zu kennen, sodass man denkt, man könnte etwas mehr wagen. Nene, nur Hööösch.Ich fahre natürlich mal wieder irgendwie anders, als mir das gute
alte GoogleMaps vorgeschlagen hat, sodass ich irgendwo zwar in der richtigen Richtung aber auf einer anderen Straße in Frankreich lande. Gibt jetzt Schlimmeres, es ist ja alles gut ausgeschildert und die grobe Richtung ist ja auch die richtige.
alte GoogleMaps vorgeschlagen hat, sodass ich irgendwo zwar in der richtigen Richtung aber auf einer anderen Straße in Frankreich lande. Gibt jetzt Schlimmeres, es ist ja alles gut ausgeschildert und die grobe Richtung ist ja auch die richtige.Kurz vor Hagenue fängt es natürlich dann an zu regnen. Ich mache flux eine Pause und stärke mich eine Runde. Der Regen reißt bis Straßburg nicht ab. Was will man machen. Gott sei Dank kein starker Regen sondern mehr Geniesel. Aber aufm Moped kann auch das ziemlich fies werden. In Straßburg dann selbst der erste Schock. Den Weg zum europäischen Parlament haben dann mal nett die Milchbauern mit 150 Traktoren blockiert, um gegen die Dumping-Preise auf dem Milchmarkt zu protestieren.
Super. Dann fahr mal als Jungstudent, der auch gute fünf Jahre kein Wort Französich mehr gesprochen hat da durch die City. Klappt auch irgendwie. Will dann zu den europäischen Gebäuden; blockiert, Polizist. "Parlez vous d'Englais?" (mit Deutsch wollte ich es schon kaum versuchen...) "No!" Dankeschön. Öhhhm,...jaaaaa,..."seulement une photo touristice" - "Oui,..." Puh, alles klar. Die Jungs vom Sicherheitsdienst gucken alle mal ein bisschen blöd, als ich mich mitten auf der Kreuzung querstelle, um ein Bild zu machen. Aber es hat gefunzt.
Dann nix wie weg aus dem Land der Froschfresser. Rüber Richtung Offenburg und dann ab in den Schwarzwald, Richtung Schwarzwaldhochstraße. Im Tal natürlich auch wieder super netter Regen. Vor allem aber nerven mich die LKW. Ich sehe es auch wieder unter dem Aspekt des Bremsens. Denn auch schon das Tal verleitet zum netten Kurvenfahren. Irgendwann bin ich so genervt, dass ich mir ein Baguette und ein Päckchen Kräuterquark kaufe und erstmal Pause mache. Komme schnell mit den Menschen ausm Schwabenländle ins Gespräch. Sehr nett.
Dann aber los. Der Mensch hatte was von Serpentinen erzählt. Naja, da denkste als Rheinländer vielleicht an Neustadt-St. Katharinen oder Bruchhausen. Pahhhh. 800 Meter geht's da hoch; aber vom Feinsten. Wunderbare Strecke, ich bin vollkommen begeistert. Auch wenn's anstrengend ist. Oben angekommen entschädigt der Ausblick über das Tal und die angrenzenden Berge. Wirkich fantastisch. Auch wieder ein Kapitel zu "fabelhafte Heimat". Oben dann ein Schild "Schwarzwaldhochstraße" - aber Richtung Baden Baden. Kommt mir irgendwie Spanisch vor. Wie durch ein Wunder stehen aber am Rand vier niederländische Jungs mit ihren Maschinen. Klar, als eingetragener Rotterdamer anjequatscht und alle Infos bekommen. Goede Reis!Dann gings los. Papa, das war der Tipp des Jahrhunderts. Berg, Tal, Kuckucksuhren, Bäume, Felder, Flüsse, Bäche, viele Menschen, Motorradfahrer. Wow. So zieht sich mein Weg einmal quer durch den Schwarzwald. Titisee, Schluchsee und dann in Koblenz rüber in die Schweiz. Auch wunderschön. Die Schweizer haben wirklich ein nettes Fleckchen auf Erden.
Stadtgrenze Zürich. Die Junge Dame in Deutschland an der letzten Tankstelle hatte mir den Tipp
gegeben, dass man im Grunde genommen gar keine Autobahnplakette in der Schweiz bräuchte; es sei alles auch gut per Landstraße zu erreichen. Haken an der Sache war nur, dass ich so auch nicht auf den Züricher Ring kam und einmal quer durch die ganze Stadt gurken musste. 17:00 Uhr - Berufsverkehr. Naja, es wär kein Zimmermann, wenn er auch nicht diese Herausforderung annehmen würde. Ein Student hatte mir echt gut den Weg erklärt und dann hatte ich mich das erste Mal kurz vor dem Hauptbahnhof verfranzt. Dort kannte ich mich doch ein wenig aus - dachte ich. Also, Taxistand, erster Taxifahre. Da musscht nur,....blaaaaaa, und dann Tram 7 folgen, gansch einfach. Danke.
gegeben, dass man im Grunde genommen gar keine Autobahnplakette in der Schweiz bräuchte; es sei alles auch gut per Landstraße zu erreichen. Haken an der Sache war nur, dass ich so auch nicht auf den Züricher Ring kam und einmal quer durch die ganze Stadt gurken musste. 17:00 Uhr - Berufsverkehr. Naja, es wär kein Zimmermann, wenn er auch nicht diese Herausforderung annehmen würde. Ein Student hatte mir echt gut den Weg erklärt und dann hatte ich mich das erste Mal kurz vor dem Hauptbahnhof verfranzt. Dort kannte ich mich doch ein wenig aus - dachte ich. Also, Taxistand, erster Taxifahre. Da musscht nur,....blaaaaaa, und dann Tram 7 folgen, gansch einfach. Danke. Erste Runde um den Hauptbahnhof. Zweite Runde um den Hauptbahnhof. Dritte Runde. Dann
war ich's leid. Taxifahrer Nummer zwei. Saubere, eindeutige Erklärung. Gefahren, einmal an der Tanke versichert und endlich da.... Nach 1 1/2 Stunden. Schön ist nur, dass strahlend blauer Himmel ist. Haken: Ich komme triefend in der Herberge an. Ich möchte nicht wissen, was die sich hier alle gedacht haben.
war ich's leid. Taxifahrer Nummer zwei. Saubere, eindeutige Erklärung. Gefahren, einmal an der Tanke versichert und endlich da.... Nach 1 1/2 Stunden. Schön ist nur, dass strahlend blauer Himmel ist. Haken: Ich komme triefend in der Herberge an. Ich möchte nicht wissen, was die sich hier alle gedacht haben.Dann ab in die City. Schlendere zunächst einfach durch die bezaubernden Gassen der Metropole, begutachte die Menschen und werde wohl von allen Zürcher Einwohnern mit einer gewissen Skepsis ebenso betrachtet. Hier läuft wirklich das Geld auf zwei Beinen Säckeweise durch die Straßen. Wahnsinn. Lahm sind sie auch alle. Ich frage mich echt, wie die es alle schaffen, über die ultrakurzen Ampelphasen, bei denen ich schon meine Schwierigkeiten habe, zu kommen.
Endlich was zu trinken, was zu essen, ein coop und der Abend ist gerettet. Ich gehe lange durch die Stadt, fotografiere fleißig (ich lade alle Bilder am Samstag in mein picasa Album) und lasse mich schließlich am Zürichsee nieder und schaue den Böötchen und dem sich nähernden Gewitter zu. Der Wind zerzaust meine Haare und ich fühle mich einfach nur wohl. Ich blicke weit hinaus, auf all diese Lichter am Hang, zurück auf diese wahnsinnige Metropole, dieses Land, denke an die Reise hierhin zurück. 720 Kilometer sind es jetzt schon. Ab in die Herberge, noch kurz gesurft und dann tot ins Bett.
Heute morgen dann Dusche, Frühstück und ausgecheckt. Jetzt hat es zum Glück aufgehört zu regnen. Gegen halb elf mache ich mich dann auf den Weg zum Bodensee. Petrus, lass es bitte trocken.
Montag, 13. Juli 2009
Etappe 1: Linz - Saarbrücken
Da ist sie also endlich: Die langersehnte Motorradtour in den Süden. Zunächst angepeilt als ein Trip an die französichsche Atlantikküste mit Baguette und Wein, wurde sie durch einige Zufälle doch leicht anders gestaltet. Vor allem kam mir die Idee, in den Süden zu fahren, da Amelie im Sommer irgendwo in Süddeutschland ist und wir uns vorgenommen hatten, uns zu treffen. Also, schnell eine grobe Route entworfen, die das Zimmermann'sche Familienoberhaupt mit noch einigen Ideen ergänzte und ab auf den Bock.Heute Morgen Start in Linz um ca. 10 Uhr. Mit meiner holländischen Renn-Frau-Antje auf der B42 in Richtung Koblenz. Schön am Rhein entlang, das deutsche Eck passiert und dann das Moseltal hinunter. Erster Zwischenstopp in Cochem. Kleiner Imbiss und ein nettes Moutain Dew und dann die Kurven und Schleusen in Richtung Saarbrücken erkunden.

Ich war mal wieder vollkommen hin und weg, welch schöne Fleckchen wir doch in unserer näheren Umgebung haben. War ich doch schon bei meinen Westerwald- oder Eifel-Ausflügen im Auto oft sehr begeistert, ist dieses Motorrad-Gefühl doch noch etwas ganz anderes. Das sind die Ferien, nach denen ich mich lang gesehnt habe. Freiheit, Lebensfreude und einfach nur die weite Ferne des Landes erkunden. Jedesmal fasziniert mich das Gefühl, diese Stille, nur meine Maschine, die Natur und mich. Wow. Da braucht man noch nicht mal im Mittleren Westen der USA zu sein. Das Moseltal reicht mir da definitiv zwischendurch. Das eine schließt das andere ja nicht aus.
Die Fahrt geht gut. Gottseidank spielt das Wetter einigemaßen mit. Könnte ein bisschen sonniger sein, aber ich bin im Endeffekt viel zu froh, dass es nicht regnet. So trudel ich gegen 15 Uhr glücklich und zufrieden in Saarbrücken ein. Die Jugendherberge ist mir von meinen Ziviseminaren vor knapp zwei Jahren noch gut in Erinnerung, hier hat sich nicht viel verändert. Einchecken, Bett beziehen und ab in die City. Shoppe ein bisschen vor mich hin und ergattere eine James Dean Biographie, nachdem ich mal wieder verpennt habe, ein Buch einzupacken. Zum Abendessen gönne ich mir ein Dinner bei Vapiano auf der Terasse. Natürlich fängt es an zu Siffen wie aus Eimer. Ich genieße aber doch das Essen unterm Regenschirm und lese dank des McDonalds nebenan die Online-Nachrichten. Jetzt ist also Steinbrück dran. Mit der Gradlinigkeit dieser Politiker kann einfach niemand mehr umgehen. Da hat jemand Passion und Ehrgeiz und vor allem politische Größe und steckt doch nur ein. Helmut Schmidt erging es 1982 nicht anders, als er durch das konstruktive Mistrauensvotum hinweggefegt wurde. Kein Bisschen später lobte aber jeder seine Verdienste für den nachhaltigen Frieden. Diese Parallele liegt wohl in der gemeinsamen hanseatischen Mentalität der gelegentlichen Schachpartner. Sollen wir das jetzt wieder mit James Dean halten? Nun werde ich mich ins Bettchen machen. Die Mädels von der Ferienfreizeit spielen hier fleißig Gitarre und Singen und erinnern mich an die Zeit, als ich in dem Alter war. Nur, dass sie wesentlich besser singen, als ich jemals werde.
Berlin Review
Wir nachgeliefert. War fertig, dann ist der Rechner abgestürzt. Auf Grund von Müdigkeit und Konzentrationsmangel gibt's das wohl morgen aus Zürich :)
Sonntag, 5. Juli 2009
back home
So, da sind wir wieder, in der rheinischen Heimat. Nach guten zwei Wochen im altbekannten Kindergarten habe ich mir das Wochenende etwas verlängert und mich nach Holland verzogen. Donnerstag musste ich in Rotterdam einige Sache für die Wohnungsübernahme abklären und abends Daniela zur Miss Cantinero-Wahl unterstützen. In einem dachte ich mir, sei es doch auch ganz nett, ein paar Tage in Westenschouwen auszuspannen und der rheinischen Schwüle zu entfliehen.
Wie gut, dass ich das getan habe.
Die Hinfahrt nach Rotterdam am Donnerstag ohne Probleme. Die Straßen frei, die Sonne strahlte so sehr, dass ich aus dem Schwitzen kaum noch heraus kam. Gute drei Stunden gefahren und ein knappes Stündchen Pause und ich war wieder in meinem geliebten New York of Europe. Durchatmen. Endlich wieder frische Luft und keine Sommerschwüle sondern einfach nur ein schönes, warmes Sommerklima.
Die Misswahl war herrlich. Cantinero ist echt eine nette Bar, direkt neben dem Rotterdamer Stadthaus, unweit nur von unserer guten alten Skihut entfernt. Habe mir Sanders Fahrrad geliehen, da meins ja immer noch in Richtung Jenseits unterwegs ist, und war so in keinen 15 Minuten in der Stadt. Lustiger Abend. Monique hat auch mitgemacht. Traf mich dort mit Dustin und habe noch einige andere Menschen aus Danielas Freundeskreis kennengelernt.
Da die Bar schon um eins schloß, wir aber alle noch keine wirkliche Lust hatten, den Abend schon zu beenden, wanderten wir noch zu Dustins Wohnung und ließen uns auf ein bisschen Eis und ein paar Drinks nieder. Natürlich landeten meine niederländischen Kollegen schnell auch wieder bei anderen Konsumgütern, die ja bekanntermaßen dort legal, aber hier verboten sind. Ich finde es absolut interessant, dass mich noch nie jemand zum Kiffen bewegen wollte (ich sperre mich ja nach wie vor gegen diesen Dreck), sondern eher es alle noch bewunderten, dass ich das tue.
Also, vier Uhr im Bett, nachdem ich Priscilla noch auf meinem geliehenen Bike nach Hause verfrachtet habe, um zehn gings wieder raus.
Ab zur Bank, noch einige Formalitäten wegen der Miete klären und dann ab nach Zeeland.
Herrliche drei Tage an einem der wunderschönsten Fleckchen auf der Erde verbracht. Ich bin jeden Abend zumindest am Strand entlangspaziert, habe die Seele baumeln lassen und einfach mal abgeschaltet. Einmal war ich sogar nachmittags schwimmen. Herrlich.
Es ist einfach traumhaft, wenn man an diesem sechszehn Kilometer langen Sandstrand auf und abspaziert, sich im Grunde genommen bewusst wird, dass man schon 21 Jahre lang diesen kleinen Luxus genießt. Ich habe einige der schönsten Stunden meiner Kindheit und meiner Teenie Zeit hier verbracht und schon so manche Abende dort gesessen und auf Meer hinausgeblickt. Traumhaft kommt auch von Träumen.
So manche Träume haben schon an diesem Strand begonnen. So manche Träume habe ich schon an diesem Strand in den Wind geschossen und so manche Träume sind mir auch am Wochenende erst wieder in den Sinn geschossen. Träume sind nicht irgendwelche dämlichen und banalen Vorstellungen; ob man nun einen 3er und einen 1er BMW später in der Garage stehen hat, für den man wahrscheinlich noch nicht mal einen Finger krumm machen musste, wie es sich so manche Menschen immer als "Traum" ausgemalt haben, steht für mich als Träumen zur Debatte. Träumen ist viel mehr, ein festes Ziel, eine Ambition, eine Vision vor Augen zu haben. Einen gewissen Idealismus an den Tag zu legen und sich in seine Zukunft zu stürzen. Right back where I started from. Ich kann es kaum erwarten.
Gleichzeitig überraschte mich, wo wir gerade bei meinen Träumen sind, der Anruf von Scott, der mir bestätigte, dass er seinen Flug nach Amsterdam im Dezember gebucht habe; die anderen waren kurz davor, ihn auch zu buchen. Also schnell ein Programm aus Taufe gehoben. Wenn das alles so klappt bin ich hocherfreut. Das kann nur herrlich werden.
Dann von Samstag auf Sonntag 12 (!!!) Stunden geschlafen. Natürlich war ich morgens gegen sieben Uhr das erste Mal wach; das war mir aber weit zu früh. Also noch einmal rumgedreht und bis zwölf durchgepennt. Musste echt noch einmal sein, obwohl ich mir auch sicher bin, dass das das erste Mal seit - ja fast - Jahren ist.
Um halb sechs dann auf den Bock, ab nach Hause. Im Großen und Ganzen verdammt Glück gehabt mim Wetter, kurz hinter Antwerpen überraschte es mich dann mit einer Regenschauer. Tankstelle, Pause. Aber leider zog der Wind die Wolken genau in meine Fahrtrichtung, sodass mir nicht viel mehr als der Kamikaze-Flug übrigblieb. Halb zehn Eintreffen in Linz. Bisschen Smalltalk, bisschen Skype und Facebook. Und jetzt geht's in die Heia. Morgen warten wieder einige Kids auf den unermüdlichen Einsatz eines ehemaligen Zivis :)
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