
Soderle, mit dem Ende meines
Heimaturlaubs melde ich mich auch wieder im Blog zurück. Die Reise in die Heimat nach einem
Monat Exilleben begann in Köln mit einem Blick auf den beleuchteten Dom und endete heute auch wieder in der Domstadt. Mittlerweile sitze ich im
Zug in Richtung Niederrhein. Das kann man schließlich aus fußbaltaktischen Gründen nicht mehr zum eigentlichen Rheinland und somit zur Heimat zählen. Sorry, Frank und Bruno, aber ihr wisst doch selbst: "...und wir schmeißen Stein und Stein,...."
Beim Thema Köln fallen mir gerade im Moment so viele schöne Erinnerungen aus dem letzten Jahr ein, die sich im Laufe der letzten fünf Tage zu Hause wieder verstärkt in mein Gedächtnis gerufen haben.
Leztes Jahr um die Zeit hatte ich gerade die 3 Monate Übungsleiter im Montessori Kinderhaus hinter mich gebracht. Ein Abschied, der damals sehr schmerzte, aber auch eine tolle Zeit an die ich mich regelmäßig und sehr gerne zurückerinnere. Am Donnerstag morgen gehe ich also, nachdem ich endlich von meinem unglaublich angewachsenem Urwald auf dem Haupte befreit wurde meine Kiddis und die Damen im Kiga besuchen.
Zitat Chefin:"Was machst du denn hier?" - "Ich

wollte mal fragen, ob's hier noch eine vakante Zivi-Stelle zu besetzten gilt?!" - "Wann fängste an?"
Super schön, einige Wegbegleiter des letzten Jahres wiederzutreffen. Frau Dion Ehlen (ein Griß an die stets zunehmende Blog-Leser-Zahl ;) ), Jutti, Chefin, Mareica, Golnaz, Bruni,... und hoffentlich habe ich jetzt niemanden vergessen. Schade, dass Ruth auf Fortbildung in die
Wälder Thüringens entsandt wurde. Hatte ich mich doch extra erkundig, ob alle Damen da seien - aber das rechtfertigt auch den nächsten Besuch.
Also herrlich geplaudert und fast wieder voll im Betrieb aufgenommen. Kinder anziehn, betreuen, die richtigen Worte finden, um kleine quirlige Exemplare zu besänftigen und sich in 25 Sekunden anziehen zu lassen, nachdem sie 5 Minuten nur tobten. Noch kurz mit auf den Spielplatz, Smalltalk und dann ab zu Oma zum Uhlesessen.

Nachmittags SBP und weiteren Unikram durchgekloptt; man ist ja nicht nur zum Spaß mit Sack und Pack unterwegs. Abends dann das erste Highlight: Holland-Abend mit Simone und Denise. Es ist mir immernoch nicht ganz möglich, nachzuvollziehen, wie man mit 3 Personen (plus etwas Schützenhilfe von Mone's Muddi und Vaddi) 10 Frikandellen, 10 Kipcorns, 15 Bitterballen, 6 Kaassouflees, Pommes und noch Vla verputzen kann, ohne zu sterben. Immerhin hatten wir alle bis ca. Freitag Mittag ein nettes Sättigungsgefühl - jedoch entgegnete ich diesem mit einem kleinen Fast-Food-Konter-Frühstück bei McDonals mit Jeanette. Donnerstag Abend war einfach nur toll. Man schwelkt in alten Erinnerungen, kominiert das mit den neuesten Stories aus den äußerst an Unterhaltungswert reichen Leben junger Twens, und amüsiert sich hervorragend.

Toll, einfach toll.Schlage mir dann noch bis ca. 2 Uhr die Nacht um die Ohren, um Denises Pfadfindervideo zu schnippeln. Vergesse mal wieder vollkommen die Zeit, da ich fasziniert und künstlerisch äußert wertvoll im Arbeitswahn versinke. Bastel alles am Morgen fertig
zusammen, danach die Muddi auf die Arbeit und dann zum Macces; ich kann dank des tollen T-Mobile Hotspots noch meinen restlichen Kram erledigen bis Jeanette eintrudelt. Sehr lustig, tauschen den neuesten Klatsch und Tratsch aus und analysieren die McDonalds Kundschaft, die so ein- und ausmarschiert.
Danach nach Hause, um zwei zu Denise; Videopremiere. Da mir die Muddi mim Abholen ein wenig in die Quere kommt, muss ich leider den Kaffee mit Jussi auf Samstag verkegen, lasse es mir aber nicht nehmen, noch kurz bei Krufts mit reinzumarschieren, um die Reakitionen zu testen. Wieder nach Rheinbreitbach; heim, essen, anziehen, zu Wein im Hof, strategische Pläne schmieden. Herrlich gelacht und interessante News erfahren. Im Anschluss mit meinem Lieblingszivi aller Zeiten und seiner Schwester nach Unkel zum Abiball. Toll viele Abikinis und andere Weggefährten der letzten Jahre wiederzusehen und herrlich zu
feiern. Leider müssen so manche Dummschwätzer und Schauspieler wieder fies auffallen und meinen irgendwelche Dinge zu präsentieren, die sie in 30 Jahren noch nicht besitzen werden: Klasse, Anstand und Größe. Nun gut, auch solche Vollpfosten

muss es geben.
Im Bett lag man dann bei Zimmermanns auch erst wieder gegen 5 Uhr; umso schwerer fiel dann das Aufstehen um halb 10; Fotoshooting. Linz, Bucheneck, Dattenberg. Wieder heim, arbeiten, Uni. Um zwei noch mal fix nach Dattenberg und die Lichtshow für Abends programmieren, danach endlich nach 3 Jahren der langersehnte Kaffee mit Jussi. Herrlich, wie man sich doch noch versteht, wie so eine dicke Freundschaft auch nach jahrelangem "Rumdümpeln" fidel bleibt - vor allem, wenn man sich a) ne ganze Menge aus der letzten Zeit zu erzählen hat und b) noch so viele gemeinsame Erinnerungen aus der Vergangenheit (Jugend kann man ja schlecht sagen), hat, um einen ganzen Nachmittag zu füllen. Schon krass, wie lange man viele Menschen schon kennt und schätzen lernt.
Wieder ab nach Hause, kurzer Uni-Intermezzo, SBP
Abstimmungen und freudige Nachrichten über die vorraussichtliche OM-Bewertung. Sieht gut aus.

Am Samstag gab es dann im Hause Zimmermann die heimliche und nachträgliche, halbwegs interne Geburtstagsfeier mit rheinischem Sauerbraten. Die Oldies überraschten mich vollkommen mit ein paar äußert nützlichen und schönen Accessoires für einen Exilrheinländer. Eine Fußmatte mit der Aufschrift "...he ben ich ze Huus" und dem dementsprechenden Kölsch-Stangen-Satz mit dem Kölschen Grundgesetz bedruckt. Sehr geil,... Wird nach Ostern sofort exporetiert.
Samstag Abend dann mit Karina zu Vapiano nach Bonn. Hatten uns auch schon Ewigkeiten nicht mehr gesehn und eine ganze Menge zu erzählen. Habe viele nette Leute aus ihrem Freundeskreis kennengelernt. Gerade die Gespräche über's studieren und die Optionen an die Uni Köln zu gehen, ließen mich wieder ein Jahr zurück denken. Um die Zeit war ich noch mit Biesi und Denise in Holland; bald darauf ging mein Studentenleben in Köln los. Wahnsinnige Zeit. Danach noch kurz nach Honnef auf einen kleinen Cocktail, wo man promt von einer Handvoll einschlägig bekannter Strünzer empfangen wurde. Dann noch auf ein Ründchen nach Dattenber, Lage checken. Schön, Alina, Phillibu und Co. wieder zu sehn. Auch seit Karneval das erste Mal.
Sonntag ausschlafen; Gott sei Dank. Seit Donnerstag waren es dann durchschnittlich nur 4-5 Stündchen pro Nacht gewesen, viel ist das nicht. Am Nachmittag zur Probe, läuft auch soweit top. Mahlert kann kommen. Abends dann mit einer ganzen Deligation Linzer Granaten und einschlägig bekannten neu-zugezogenen Nord-Linzern zu Burger-King. Super Aktion, zurück in Linz geselliges Rumplauzen "auf ein Eis" an der Tankstelle. So was findet man auch nicht in Rotterdam.
Im Anschluss noch auf ein, zwei, drei Kölsch zum

Großmeister Döner, strategische Planungen vollenden. Dort ereilt mich auch die freudige Botschaft, dass das Meeting heute in Rotterdam gecancelt wurde, was mir eine gewisse Ruhe für den Montag einräumte. So kam ich dann zu einem netten Frühstück, ein paar netten Telefonaten und einem gemütlichen Schwenk durch die Kölner Einkaufslandschaft, nachdem ich mich am Fahrkartenschalter der Bahn mit einer Mitarbeiterin herrlich über die VRR/Übergangsticket-Problematik amüsiert habe. Zitat:"Wenn dir do einer blöd kütt, keine Diskussionen, schick se hier in, ich mach die platt..." Okay, ich werde es anführen ;)
So wandere ich also zunächst noch eine Runde zur Bank und dann die verbleibende Zeit durch Köln.

Früher, als ich noch regelmäßiger und länger in Köln war, konnte ich solche Touren noch öfter machen; die Begeisterung hat aer keinen Grad abgenommen. Ich finde es absolut faszinieren, einfach die Hohe-Straße bis zur Schildergasse hochzulatschen und dam Ende umzukehren, wieder zum Bahnhof zurückzukehren. Sinn der Sache,... Im Grunde genommen gar keiner, aber man kann herrlich die Leute beobachten. Zwei Dinge fallen mir besonders auf:
Zum Einen kann ich kein bisschen von Rezession sehen; die Anzahl der Menschen, die an einem Montag Mittag gegen 15.00 über Deutschlands beliebsteste Einkaufsstraße bummeln, erscheint mir auffällig größer als zuvor, zumal auch noch das Ende des Monats naht. Schlimm kann es also nicht stehen, um die Mehrzahl.
Zum anderen aber auch die immer größer anwachsende Diversität. Denn nie zuvor habe ich bei dieser Tour auch gleichzietig so viele Obdachtlose oder sozial schwächer gestellte Menschen gesehen, als heute. Es ist schon erschreckend, wie viele Neureiche ihren Protz durch furchtbare Dinge, wie Lappleder-Sonnenbankbraune Haut oder übertriebener Schmuckpräsenz zeigen müssen und dir im gleichen Moment viele, viele arme Menschen entgegenkommen, die gerade

froh sind, das Existenzminimum - wenn überhaupt - noch zu überschreiten. Willkommen im Deutschland des 21. Jahrhunderts. Man sollte sich dem ersten Teil des Begriffs der SOZIALEN Marktwirtschaft ab und an noch einmal besinnen. Aber das wäre ja fürchterlich, einmal im Leben gegen den Zeitgeist zu handeln,... N'Abend Wellenreiter, sag wie geht es dir,....
Nun gut, hoffen wir, dass die ganze Krisengeschichte zumindest im Longrun ein gewissen Umdenken mit sich bringt. Hier und da vernimmt man es mittlerweile schon, aber es fehlt noch eine ganze Ecke, bis die Lücken wieder beseitigt sind, und das ist nicht nur Aufgabe der Politiker,... Nein, nein.
So , jetzt habe ich fast die ganze Zugfahrt von Köln bis Mönchengladbach getippt, ihr seid erst einmal auf 736 Seiten wieder informiert,... Ich melde mich aus dem Exil !
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